Ausgabe 2/2018
Arbeits- und Sozialversicherungsrecht vom 09.01.2018
LAG Hessen, Urt. v. 23.08.2017 - 6 Sa 137/17, rkr.
Fristlose Kündigung wegen heimlich aufgezeichnetem Personalgespräch wirksam

Mit einem Smartphone können Gespräche völlig unauffällig aufgezeichnet werden. Zur Beweissicherung des Inhalts eines Gesprächs zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist dies jedoch völlig kontraproduktiv, wie ein Urteil des LAG Hessen zeigt.

Der Kläger ist über 40 Jahre alt und seit mehr als 15 Jahren bei der Beklagten beschäftigt. Er kann deshalb gem. § 34 Abs. 2 TVöD nur noch aus wichtigem Grund gekündigt werden. Am 25.11.2015 erhielt er eine Abmahnung, da er in einer E-Mail an den Vorstandsvorsitzenden der Beklagten zwei Abteilungsleiter als "Low-Performer-Burnout und faule Mistkäfer" bezeichnet hatte. Zudem wurde der Kläger am 17.03.2016 mündlich abgemahnt, da er Kollegen u.a. als "Low-Performer" und "faule Schweine" bezeichnet hatte. Aufgrund dieses Vorfalls wurde am 17.03.2016 ein Personalgespräch geführt. Die Beklagte erhielt am 30.05.2016 durch eine E-Mail des Klägers Kenntnis davon, dass der Kläger das Gespräch mit seinem Smartphone aufgenommen hat. Am 07.06.2016 kündigte die Beklagte fristlos.