Ausgabe 18/2018
Verfahrensrecht Aktuell vom 02.05.2018
FG Münster, Urt. v. 21.02.2018 - 7 K 288/16 E, vorl. n. rkr.

Änderung von Steuerbescheiden bei Liebhaberei

Die Ungewissheit, ob ein Steuerpflichtiger mit Einkünfteerzielungsabsicht tätig geworden ist oder ob Liebhaberei vorliegt, ist beseitigt, wenn die für die Beurteilung der Einkünfteerzielungsabsicht maßgebenden Hilfstatsachen festgestellt werden können und das Finanzamt hiervon positive Kenntnis hat.

FG Münster, Urt. v. 21.02.2018 - 7 K 288/16 E, vorl. n. rkr.

Die Kläger sind verheiratet und vermieten seit 1999 eine Ferienwohnung, die sie zeitweise auch selbst nutzen. In ihren Einkommensteuererklärungen seit 1998 erklären sie hierzu Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Das Finanzamt berücksichtigte die Einkünfte vorläufig und wies darauf hin, dass die Einkünfteerzielungsabsicht noch nicht abschließend beurteilt werden könne. Mit der Veranlagung für das Jahr 2000 reichten die Kläger eine Prognose bis zum Jahr 2029 ein, die zu einem Totalüberschuss führte. Ab dem Jahr 2006 würden keine Schuldzinsen mehr anfallen, da das Darlehen dann getilgt sei. Für die Jahre 2010 bis 2012 erzielten die Kläger positive Einkünfte aus der Ferienwohnung.