Ausgabe 47/2017
Einkommensteuer Aktuell vom 21.11.2017
BMF-Schreiben v. 20.10.2017 - IV C 1 - S 2171-c/09/10004:006

Anwendung der neuen BFH-Rechtsprechung zu anschaffungsnahen Herstellungskosten i.S.d. § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG

Der BFH hat mit seinen Urteilen vom 14.06.2016 - IX R 25/14 (BStBl II 2016, 992), IX R 15/15 (BStBl I 2016, 996) und IX R 22/15 (BStBl II 2016, 999) entschieden, dass zu den anschaffungsnahen Herstellungskosten nach § 6 Abs. 1 Nr. 1a i.V.m. § 9 Abs. 5 Satz 2 EStG sämtliche Aufwendungen für bauliche Maßnahmen gehören, die im Rahmen einer Instandsetzung und Modernisierung im Zusammenhang mit der Anschaffung des Gebäudes anfallen. Soweit der BFH bisher bei Schönheitsreparaturen einen engen räumlichen, zeitlichen und sachlichen Zusammenhang mit den Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen gefordert hatte (vgl. auch BFH, Urt. v. 25.08.2009 - IX R 20/08, BStBl II 2010, 125), hält er daran nicht mehr fest. Nach dieser Rechtsprechung müssen nunmehr grundsätzlich sämtliche Kosten für bauliche Maßnahmen, die im Rahmen einer im Zusammenhang mit der Anschaffung des Gebäudes vorgenommenen Sanierung anfallen, zusammengerechnet werden; eine Segmentierung der Gesamtkosten ist nicht zulässig. Übersteigt die Gesamtsumme der innerhalb von drei Jahren angefallenen Renovierungskosten sodann 15 % der Anschaffungskosten des Gebäudes, kann der Aufwand nur nach den AfA-Regelungen abgeschrieben werden.