Ausgabe 36/2017
Körperschaftsteuer Aktuell vom 05.09.2017
FinMin Schleswig-Holstein, Erlass v. 18.07.2017 - VI 3013 - S 1978-165

Anwendung des § 2 Abs. 4 Satz 3 UmwStG auf einen Verlustrücktrag im Rückwirkungszeitraum

Die Regelung des § 2 Abs. 4 Satz 3 UmwStG soll aus Sicht des Gesetzgebers missbräuchliche Gestaltungen verhindern, wodurch eigentlich wegfallende Verluste durch eine gestaltete Rückwirkung nutzbar gemacht werden.

Die A-GmbH soll zum Ende des Wirtschaftsjahres 2017 verkauft werden. Mangels stiller Reserven würde bei ihr wegen § 8c KStG ein Verlust i.H.v. 100.000 € (Verlustvortrag aus dem Jahr 2016 zzgl. operative Verluste im Jahr 2017) untergehen. Um dies zu verhindern, erwirbt die A-GmbH im Juni 2017 100 % der Anteile an der B-GmbH und verschmilzt diese mit steuerlicher Rückwirkung zum 31.12.2016 auf sich selbst. Die B-GmbH erwirtschaftet im Wirtschaftsjahr 2017 einen Gewinn i.H.v. 200.000 €.

Ohne § 2 Abs. 4 Satz 3 UmwStG könnte die A-GmbH ihre operativen Verluste mit den Gewinnen der B-GmbH verrechnen.

Das FinMin Schleswig-Holstein legt die vorgenannte Vorschrift nun mit aktueller Verfügung zu Lasten von Verlustrückträgen aus; danach soll die "Verlustausgleichsbremse" auch eingreifen, wenn der übernehmende Rechtsträger negative Einkünfte des Folgejahres auf das Jahr der Umstrukturierung zurückträgt.