Ausgabe 6/2022
Steuertipp vom 09.02.2022

Ausfall von Gesellschafterdarlehen; Abgrenzung § 17 zu § 20 EStG

In der Vergangenheit konnten ausgefallene Gesellschafterdarlehen unter gewissen Umständen im Rahmen des § 17 EStG als nachträgliche Anschaffungskosten berücksichtigt werden (vgl. BMF-Schreiben v. 21.10.2010, BStBl I 2010, 832). Mit dem BFH-Urteil vom 11.07.2017 (IX R 36/15, BStBl II 2019, 208) hat der BFH jedoch die steuerliche Berücksichtigung nachträglicher Anschaffungskosten bei § 17 EStG grundlegend neu beurteilt und eine Berücksichtigung im Rahmen des § 17 EStG in Neufällen (Darlehensgewährung nach dem 27.09.2017) stark eingeschränkt. Danach sind Darlehensverluste bei GmbH-Gesellschaftern nur noch unter den Grundsätzen der verdeckten Einlage (im Fall des Darlehensverzichts nur, soweit Werthaltigkeit vorliegt) als nachträgliche Anschaffungskosten der §-17-Beteiligung zu berücksichtigen. Mit dem BMF-Schreiben vom 05.04.2019 (BStBl I 2019, 257) wendet die Finanzverwaltung die geänderte BFH-Rechtsprechung insgesamt an. Dabei war strittig, ob Darlehensverluste aus Gesellschafterdarlehen in Neufällen nun bei den Einkünften aus Kapitalvermögen Berücksichtigung finden können.