Ausgabe 11/2013
Steuertipp vom 14.03.2013

Ausschüttungen aus dem steuerlichen Einlagekonto können Veräußerungsgewinn nach § 17 Abs. 4 EStG verursachen

Gewinnausschüttungen erfolgen an die zum Zeitpunkt der Gewinnausschüttung beteiligten Gesellschafter entsprechend ihrer quotalen Beteiligung. Dies kann dazu führen, dass die in einer Gewinnausschüttung enthaltene Einlagenrückgewähr nicht an den Gesellschafter geleistet wird, der die Einlage zuvor getätigt hatte. Übersteigt die zurückgewährte Einlage die Anschaffungskosten des Gesellschafters, ist der entstehende Gewinn nach § 17 Abs. 4 EStG unter Anwendung des Teileinkünfteverfahrens bzw. der Abgeltungsteuer zu versteuern. Der Gewinn wird zum Zeitpunkt des Zuflusses der Gewinnausschüttung realisiert (§ 11 Abs. 1 EStG), bei beherrschenden Gesellschaftern bereits zum Zeitpunkt des Gewinnverteilungsbeschlusses.

A und B gründen die AB-GmbH. Beide erbringen ihren Anteil an der Stammein-

lage i.H.v. je 25.000 ı. Das für den Geschäftsbetrieb zusätzlich benötigte Kapital leistet nach einem Gesellschafterbeschluss allein A i.H.v. 100.000 ı. Drei Jahre später erfolgt eine Gewinnausschüttung i.H.v. je 120.000 ı an A und B. In der Gewinnausschüttung ist eine Rückzahlung aus dem steuerlichen Einlagekonto i.H.v. je 30.000 ı enthalten.