Ausgabe 14/2014
Steuertipp vom 03.04.2014

Außergewöhnliche Belastungen: Nachweis der Zwangsläufigkeit von Aufwendungen im Krankheitsfall

Die Bundesregierung ist durch § 33 Abs. 4 EStG i.d.F. des StVereinfG 2011 vom 01.11.2011 (BGBl I 2011, 2131) ermächtigt worden, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrats die Einzelheiten zum Nachweis von außergewöhnlichen Belastungen i.S.d. § 33 EStG zu bestimmen.

Aufgrund der Ermächtigung in § 33 Abs. 4 EStG wurden die früher in R 33.4 Abs. 1 Satz 1 EStR 2008 enthaltenen Regelungen zum Nachweis der Zwangsläufigkeit, Notwendigkeit und Angemessenheit von bestimmten Aufwendungen im Krankheitsfall in § 64 Abs. 1 EStDV i.d.F. des StVereinfG 2011 festgeschrieben. Danach ist der Nachweis der Zwangsläufigkeit von Aufwendungen im Krankheitsfall wie folgt zu erbringen:

  1. durch eine Verordnung eines Arztes oder Heilpraktikers für Arznei-, Heil- und Hilfsmittel (§§ 2, 23, 31 bis 33 SBG V);
  2. durch ein amtsärztliches Gutachten oder eine ärztliche Bescheinigung eines medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (§ 275 SBG V) für

  3. eine Bade- oder Heilkur,
  4. eine psychotherapeutische Behandlung,
  5. eine medizinisch erforderliche auswärtige Unterbringung eines an Legasthenie oder einer anderen Behinderung leidenden Kindes des Steuerpflichtigen,
  6. die Notwendigkeit der Betreuung eines Steuerpflichtigen durch eine Begleitperson,
  7. medizinische Hilfsmittel,
  8. wissenschaftlich nicht anerkannte Behandlungsmethoden;