Ausgabe 6/2018
Sonstiges Aktuell vom 08.02.2018
FG Saarland, Urt. v. 19.10.2016 - 2 K 1332/13, Rev. eingelegt (Az. beim BFH: II R 25/17)

Bebautes Grundstück als einheitlicher Erwerbsgegenstand

Grunderwerbsteuerlicher Erwerbsgegenstand ist das Grundstück in seinem zukünftig bebauten Zustand, wenn zwischen dem die Verpflichtung zur Übereignung eines Grundstücks begründenden Vertrag und weiteren Verträgen, die auf eine (künftige) Bebauung des Grundstücks gerichtet sind, ein objektiv enger sachlicher Zusammenhang besteht mit der Folge, dass der Erwerber bei objektiver Betrachtungsweise als einheitlichen Leistungsgegenstand das bebaute Grundstück erhält.

FG Saarland, Urt. v. 19.10.2016 - 2 K 1332/13, Rev. eingelegt (Az. beim BFH: II R 25/17)

Die Klägerin erwarb ein Grundstück, auf dem ein Center errichtet werden sollte. Sie schloss mit dem Veräußerer einen aufschiebend bedingten Kaufvertrag über das Grundstück nebst Gebäuden, Zubehör, Baugenehmigungen, Mietverträgen und sonstigen Projektierungsunterlagen. Im Kaufvertrag wurde der Preis für das Grundstück nebst Gebäuden und den anderen Vertragsgegenständen separat ausgewiesen. Im August 2011 stellte sich heraus, dass die Baukosten höher wurden. Der Kaufpreis für das Grundstück wurde daraufhin reduziert. Im August 2012 erließ das Finanzamt einen Bescheid über GrESt mit den Grundstücks- und Baukosten für das Center als Bemessungsgrundlage. Die Klägerin war der Meinung, dass jedoch nur GrESt auf das unbebaute Grundstück nebst Gebäuden (ohne das Center) zu erheben sind.