BFH - Urteil vom 22.07.2015
V R 23/14
Normen:
UStG 2005 § 4 Nr. 1, § 6a, § 14 Abs. 4, § 15 Abs. 1; UStDV § 17a ff.; AO § 163, § 227; MwStSystRL Art. 131, Art. 138, Art. 178, Art. 219a ff., Art. 226 Nr. 5;
Fundstellen:
BFHE 250, 559
Vorinstanzen:
FG Düsseldorf , vom 14.03.2014 - Vorinstanzaktenzeichen 1 K 4567/10

BFH, Urteil vom 22.07.2015 - Aktenzeichen V R 23/14

DRsp Nr. 2015/15585

Begriff der vollständigen Anschrift i.S. von § 14 Abs. 4 Nr. 1 UStG

1. Das Merkmal "vollständige Anschrift" in § 14 Abs. 4 Nr. 1 UStG erfüllt nur die Angabe der zutreffenden Anschrift des leistenden Unternehmers, unter der er seine wirtschaftlichen Aktivitäten entfaltet. 2. Sind Tatbestandsmerkmale des Vorsteuerabzugs nicht erfüllt, kann dieser im Festsetzungsverfahren auch dann nicht gewährt werden, wenn der Leistungsempfänger hinsichtlich des Vorliegens dieser Merkmale gutgläubig war. 3. Kommt der Unternehmer seinen Nachweispflichten gemäß § 6a Abs. 3 UStG, §§ 17a, 17c UStDV nicht nach, ist grundsätzlich davon auszugehen, dass die Voraussetzungen einer innergemeinschaftlichen Lieferung nicht erfüllt sind. Etwas anderes gilt ausnahmsweise dann, wenn zweifelsfrei feststeht, dass die Voraussetzungen der Steuerfreiheit erfüllt sind.

Tenor

Die Revision der Klägerin gegen das Urteil des Finanzgerichts Düsseldorf vom 14. März 2014 1 K 4567/10 U wird als unbegründet zurückgewiesen.

Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Klägerin zu tragen.

Normenkette:

UStG 2005 § 4 Nr. 1, § 6a, § 14 Abs. 4, § 15 Abs. 1; UStDV § 17a ff.; AO § 163, § 227; MwStSystRL Art. 131, Art. 138, Art. 178, Art. 219a ff., Art. 226 Nr. 5;

Gründe

I.