Ausgabe 9/2014
Umsatzsteuer Aktuell vom 27.02.2014
BMF-Schreiben v. 06.02.2014 - IV D 2 - S 7200/07/10012

Behandlung des Nullprovisionsmodells bei Reisebüros

Bereits seit 2004 zahlen Fluggesellschaften für die Vermittlung von Flugtickets gegenüber Reisebüros im Regelfall keine Provision mehr. Diese auch als Nullprovisionsmodell bezeichnete Regelung erforderte damals eine Anpassung der umsatzsteuerrechtlichen Betrachtung.

Als Konsequenz der Praxis der Airlines berechneten die Reisebüros ihren Kunden die Vermittlung, z.B. als sog. Service-Fee. Sofern zusätzlich oder dennoch Zahlungen durch die Fluggesellschaft erfolgten, stellten sie Entgelt von dritter Seite i.S.d. § 10 Abs. 1 Satz 3 UStG für eine Leistung an den Reisenden dar. Damit war eine Steuerbefreiung nach § 4 Nr. 5 Satz 1 Buchst. b UStG grundsätzlich ausgeschlossen. Denn die Steuerbefreiung ist nicht möglich, wenn die Vermittlung gegenüber dem Reisenden erfolgt (vgl. § 4 Nr. 5 Satz 2 UStG). Nur in Einzelfällen sollte ein Entgelt für eine Leistung des Reisebüros an die Fluggesellschaft oder ein nicht steuerbarer Zuschuss vorliegen.