Ausgabe 29/2018
Einkommensteuer Aktuell vom 17.07.2018
FG Düsseldorf, Urt. v. 24.04.2018 - 14 K 2347/15 G, Rev. zugelassen

Beratender Betriebswirt nur bei ausreichendem Wissensstand

Für die Kategorisierung von betriebswirtschaftlichen Beratungsleistungen als freiberufliche Tätigkeit ist ohne Studienabschluss der vergleichbare Wissensstand mit einem Betriebswirt nachzuweisen; Erfahrungen reichen hierfür nicht aus.

FG Düsseldorf, Urt. v. 24.04.2018 - 14 K 2347/15 G, Rev. zugelassen

Strittig war die Art der Einkünfte eines beratenden Betriebswirts. Über eine 1%-ige Beteiligung an einer Holding-Gesellschaft (GmbH & Co. KG) hielt der Kläger auch mittelbar Geschäftsanteile von diversen GmbHs mit einem Anteil zwischen 50 % und 76 %. Für die GmbHs war er unentgeltlich als Geschäftsführer angestellt, stellte diesen aber Honorarrechnungen für betriebswirtschaftliche Beratungsleistungen aus. Da er kein Studium absolviert hat, bezweifelte das Finanzamt die Voraussetzungen für die Freiberuflichkeit der Einkünfte.

Das FG Düsseldorf folgte nun der Auffassung der Finanzverwaltung und fußte sein Urteil auf zwei Gründen. Zwar kann einerseits auch jemand, der kein Studium der Betriebs- oder Volkswirtschaftslehre absolviert hat, als beratender Betriebswirt freiberufliche Einkünfte erzielen, allerdings nur bei einem nachweislich ähnlichen Wissensstand. Andererseits ist auch die Beratungsleistung nicht an eine "Eigengesellschaft" erfolgt. Somit nahm der Kläger auch am allgemeinen Marktgeschehen teil.