Ausgabe 41/2017
Körperschaftsteuer Aktuell vom 10.10.2017
FG Münster, Urt. v. 27.04.2017 - 13 K 2946/14 K

Berechnung des Veräußerungsverlusts bei Aktienoptionsmodellen

Aufwendungen einer Organgesellschaft für den Erwerb von Aktien der Muttergesellschaft zur Weitergabe an Arbeitnehmer im Rahmen eines Mitarbeiter-Aktienoptionsprogramms sind in Höhe der Differenz zwischen den Anschaffungskosten und dem Wert der Aktien am Ausübungstag als Veräußerungsverlust abzugsfähig.

FG Münster, Urt. v. 27.04.2017 - 13 K 2946/14 K

Vor dem Hintergrund eines Börsengangs ührte die klagende AG ein Aktienoptionsprogramm zur Ausgabe von Bezugsrechten auf Aktien durch. Die jeweiligen Optionen wurden durch Aktien der Klägerin, die von einer Enkelgesellschaft der Klägerin (Z-GmbH) in ihrem Depot gehalten wurden, bedient. Zwischen der Klägerin und ihrer Tochtergesellschaft Y-GmbH bestand ein ertragsteuerliches Organschaftsverhältnis. Die Y-GmbH wiederum war die Muttergesellschaft der Z-GmbH.

Die Z-GmbH "verkaufte" Aktien an die Y-GmbH, welche die Aktien anschließend an die Bezugsberechtigten übertrug. Soweit es die eigenen Mitarbeiter der Y-GmbH betraf, verbuchte diese die Aufwendungen aus dem Aktienoptionsprogramm als Personalaufwand in Höhe von ca. 600.000 €, welcher der Klägerin aufgrund der Organschaft zugerechnet wurde.

Die Betriebsprüfung vertrat die Auffassung, dass die Aufwendungen dem außerbilanziellen Abzugsverbot des § 8b Abs. 3 Satz 3 KStG unterlägen und folglich bei der Ermittlung des Einkommens wieder zu addieren wären.