Ausgabe 49/2011
Steuertipp vom 08.12.2011

Berücksichtigung behindertenbedingter Umbaumaßnahmen als außergewöhnliche Belastungen

Mit Urteil vom 22.10.2009 - VI R 7/09 hat der BFH entschieden, dass die Aufwendungen für den behindertengerechten Umbau eines Hauses als außergewöhnliche Belastungen abziehbar sind, wenn sie so stark unter dem Gebot der sich aus der Situation ergebenden Zwangsläufigkeit stehen, dass auch die etwaige Erlangung eines Gegenwerts in Anbetracht der Gesamtumstände des Einzelfalls in den Hintergrund tritt. Das BFH-Urteil ist mit seiner Veröffentlichung (BStBl II 2010, 280) über den entschiedenen Fall hinaus grundsätzlich anwendbar.

Die Verwaltung vertritt aber teilweise die Auffassung, dass das Urteil eng auszulegen und nur auf vergleichbare Sachverhalte anzuwenden ist. Insbesondere müsse sich die Zwangsläufigkeit der Aufwendungen aus einem nicht vorhersehbaren Ereignis mit plötzlicher Erkrankung und Eintritt einer schweren Behinderung i.S.d. § 33b Abs. 3 Satz 3 EStG (z.B. unvorhersehbarer Schlaganfall oder Unfall mit dadurch eingetretener schwerwiegender Behinderung) ergeben.