Ausgabe 6/2019
Steuertipp vom 05.02.2019

Berücksichtigung von Verlusten bei der Ermittlung der nichtabziehbaren Schuldzinsen gem. § 4 Abs. 4a EStG

Mit Urteil vom 14.03.2018 - X R 17/16 (BStBl II 2018, 744) hat der BFH zur Berücksichtigung von Verlusten bei der Berechnung von Überentnahmen nach § 4 Abs. 4a Satz 2 EStG Stellung genommen und die bisherige Berechnungsmethodik der Finanzverwaltung verworfen. Die Grundsätze des BFH-Urteils wurden mit BMF-Schreiben vom 02.11.2018 - IV C 6 - S 2144/07/10001 :007 (BStBl I 2018, 1207) von der Finanzverwaltung übernommen.

Der BFH hat zunächst bestätigt, dass der Gewinnbegriff i.S.d. § 4 Abs. 4a Satz 2 EStG auch Verluste umfasst, die in die Berechnung der Überentnahmen einzubeziehen sind. Gleichzeitig dürfen Verluste für sich genommen nicht zu Überentnahmen führen und mindern im Berechnungsjahr entstandene Unterentnahmen.

Darüber hinaus hat der BFH entschieden, dass die für das aktuelle Verlustjahr geltenden Berechnungsgrundsätze auf die Totalperiode (ab 01.01.1999 bis zum aktuellen Veranlagungszeitraum [VZ]) zu übertragen sind. Die bislang geltende Methode zur Berechnung der kumulierten Überentnahmen ist durch das BFH-Urteil überholt. Die Verwaltungsauffassung wurde mit dem neuen BMF-Schreiben entsprechend angepasst.

Fortan muss eine zweistufige Überentnahmeberechnung erfolgen: