Ausgabe 40/2017
Einkommensteuer Aktuell vom 02.10.2017
FG Berlin-Brandenburg, Urt. v. 19.07.2017 - 3 K 3144/15

Bestimmung des Vergleichsmietpreises bei verbilligter Vermietung

Die Mietpreisgrößen zur Ermittlung einer verbilligten Vermietung werden in der Regel einerseits anhand eines geeigneten Mietspiegels und andererseits anhand der individuellen Wohnsituation (Größe, Ausstattung, Zustand des Hauses, vertragliche Vereinbarungen) ermittelt.

FG Berlin-Brandenburg, Urt. v. 19.07.2017 - 3 K 3144/15

Strittig ist die verbilligte Vermietung unter nahen Angehörigen. Für zwei Wohnungen in ihrem Haus verlangten die vermietenden Eltern von Ihren Kindern eine Bruttowarmmiete von 4,06 €/m² bzw. 4,17 €/m². Für die Jahre 2008 bis 2010 erklärten die Eltern im Rahmen ihrer Einkommensteuererklärung Werbungskostenüberschüsse. Nach einer Ortsbegehung im Jahr 2013 änderte das Finanzamt die Einkommensteuerbescheide und berichtigte den Werbungskostenabzug wegen verbilligter Vermietung.

Das FG Berlin-Brandenburg wies die dagegen eingelegte Klage ab. Die vereinbarte Bruttowarmmiete zwischen den Eltern und den Kindern war in den Streitjahren in der Spanne zwischen 56 % und 75 % der ortsüblichen Marktmiete. Gleichzeitig ist die Totalüberschussprognose in jedem Jahr negativ gewesen. Als Konsequenz durften die Werbungskosten nur anteilig von den Einkünften abgezogen werden.