Ausgabe 39/2018
Steuertipp vom 25.09.2018

Betriebsgebäude auf fremdem Grund und Boden

Der BFH hat mit Urteil vom 09.03.2016 - X R 46/14 (BStBl II 2016, 976) im Fall der Errichtung eines Betriebsgebäudes auf einem Grundstück, das auch dem Nichtunternehmer-Ehegatten gehört, folgende steuerlich vorteilhaften Grundsätze aufgestellt:

Der Unternehmer-Ehegatte kann seine gesamten Gebäudeherstellungskosten absetzen. Zu diesem Zweck ist hinsichtlich der auf die Grundstückshälfte des Nichtunternehmer-Ehegatten entfallenden Baukosten ein bloßer Aufwandsverteilungsposten ohne eigenen Wirtschaftsgutcharakter zu aktivieren, der auf die Nutzungsdauer des Gebäudes zu verteilen ist.

Bei Beendigung der betrieblichen Nutzung sind stille Reserven für die dem Nichtunternehmer-Ehegatten gehörenden Grundstückshälften weder beim Unternehmer-Ehegatten - da kein Eigentümer - noch beim Nichtunternehmer-Ehegatten - da zu dessen Privatvermögen gehörend - zu versteuern. Ein verbleibender Restwert des Aufwandsverteilungspostens scheidet erfolgsneutral aus dem Betriebsvermögen aus.

Voraussetzung für diese Beurteilung ist, dass zwischen Unternehmer und Nichtunternehmer-Ehegatte keine separate Vereinbarung über die betriebliche Nutzung des dem Nichtunternehmer-Ehegatten gehörenden Grundstücksteils getroffen wurde, die zu einer abweichenden Zurechnung des wirtschaftlichen Eigentums des dem Nichtunternehmer-Ehegatten gehörenden Grundstücksteils führen würde.