Ausgabe 48/2019
Arbeits- und Sozialversicherungsrecht vom 27.11.2019
LAG Niedersachsen, Urt. v. 01.08.2019 - 5 Sa 196/19

Diskriminierung bei Unterschieden in der Höhe des Gehalts

Arbeitnehmer können vom Arbeitgeber gem. § 10 Entgelttransparenzgesetz Auskunft über das Gehalt vergleichbarer Beschäftigter des jeweils anderen Geschlechts verlangen. Dieser Anspruch besteht in Betrieben mit über 200 Beschäftigten. Die Pflicht zur Auskunftserteilung erstreckt sich gem. § 10 Abs. 1 Satz 3 EntgTranspG auf das Vergleichsentgelt, also auf die durchschnittliche Bruttomonatsvergütung sowie auf weitere Vergütungsbestandteile der vergleichbaren Beschäftigten des anderen Geschlechts. Vergleichbar ist ein Beschäftigter, wenn er eine gleiche oder gleichwertige Arbeit verrichtet. Das Vergleichsentgelt muss gem. § 11 Abs. 3 Satz 2 EntgTranspG auf der Basis einer Vollzeittätigkeit und als Median mitgeteilt werden. Die Mitteilung eines Durchschnittsgehalts entspricht nicht den gesetzlichen Vorgaben.