Ausgabe 44/2020
Steuertipp vom 28.10.2020

Energetische Maßnahmen im Lohnsteuerermäßigungsverfahren

Nach § 35c EStG kann ab 2020 eine Steuerermäßigung für energetische Sanierungsmaßnahmen an einem in der Europäischen Union oder dem Europäischen Wirtschaftsraum belegenen zu eigenen Wohnzwecken genutzten eigenen Gebäude in Anspruch genommen werden.

Die Einkommensteuer ermäßigt sich für energetische Maßnahmen auf Antrag

  • im Kalenderjahr des Abschlusses der energetischen Maßnahme und im nächsten Kalenderjahr um je 7 % der Aufwendungen, höchstens jedoch um je 14.000 €, und
  • im übernächsten Kalenderjahr um 6 % der Aufwendungen, höchstens jedoch um 12.000 €.

Voraussetzung ist, dass das begünstigte Objekt bereits älter als zehn Jahre ist, wenn mit einer energetischen Sanierung begonnen wird. Zudem werden nur Sanierungsmaßnahmen begünstigt, mit denen nach dem 31.12.2019 begonnen wurde. Das ist der Fall, wenn nach diesem Zeitpunkt,

  • falls erforderlich, ein Bauantrag gestellt oder Bauunterlagen eingereicht wurden oder
  • falls keine Baugenehmigung/Bauanzeige erforderlich war, die Bauarbeiten gestartet wurden.

Für die Gewährung der Steuerermäßigung ist außerdem eine Bescheinigung nach amtlichem Muster erforderlich (vgl. BMF-Schreiben v. 31.03.2020, BStBl I 2020, 484). Zudem muss die steuerpflichtige Person für die Aufwendungen eine Rechnung erhalten haben und die Zahlung muss auf das Konto des Erbringers der Leistung erfolgt sein.