Ausgabe 40/2020
Arbeits- und Sozialversicherungsrecht vom 30.09.2020
BAG, Urt. v. 19.12.2019 - 8 AZR 2/19

Entschädigung für eine Benachteiligung wegen des Geschlechts

§ 1 i.V.m. § 8 Abs. 1 AGG verbietet eine unterschiedliche Behandlung beispielsweise wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, einer Behinderung oder des Alters eines Arbeitnehmers oder eines Bewerbers. Dies gilt nur dann nicht, wenn ein Grund für eine unterschiedliche Behandlung vorliegt. Ein solcher Grund kann in der Art der auszuübenden Tätigkeit oder in besonderen beruflichen Anforderungen liegen. Allerdings muss der Zweck rechtmäßig und die Anforderung angemessen sein. Liegt ein solcher Grund nicht vor, kann der Bewerber oder der Arbeitnehmer gem. § 15 Abs. 2 AGG eine Geldentschädigung verlangen.

Im entschiedenen Fall betrieb die Beklagte eine Schule mit den Klassenstufen 1 bis 13 und suchte eine "Fachlehrerin Sport". Der Kläger bewarb sich auf diese Stelle. Er wurde mit der Begründung abgelehnt, dass die Beklagte eine weibliche Sportlehrkraft für die Mädchen der Oberstufe sucht und ein männlicher Sportlehrer die Schülerinnen in ihrem Schamgefühl verletzen könnte. Der Kläger verlangte daraufhin eine Entschädigung wegen Diskriminierung aufgrund seines Geschlechts gem. § 15 Abs. 2 AGG in Höhe von 13.500 €.