Ausgabe 36/2018
Steuertipp vom 04.09.2018

Ertragsteuerliche Behandlung des Erwerbs einer Vertragsarztzulassung

Der BFH hat mit seinen Urteilen vom 21.02.2017 (BStBl II 2017, 689 und 694) seine bisherige Rechtsprechung bestätigt, nach der die Vertragsarztzulassung Teil des Praxiswerts ist, der als Wirtschaftsgut nach § 7 Abs. 1 EStG abzuschreiben ist. Der BFH weist darauf hin, dass für die Ermittlung der AfA nach § 7 Abs. 1 EStG zwischen dem Erwerb des Betriebs einer Vertragsarztpraxis als Sachgesamtheit (mit sämtlichen materiellen Wirtschaftsgütern und einem Praxiswert) und dem Sonderfall des Erwerbs nur des immateriellen Wirtschaftsguts des "mit der Vertragsarztzulassung verbundenen wirtschaftlichen Vorteils" zu unterscheiden ist. In der Regel erwirbt der Käufer eine Vertragsarztpraxis als einheitliches "Chancenpaket", das sich aus verschiedenen wertbildenden Faktoren wie Patientenstamm, Standort, Umsatz, Facharztgruppe etc. zusammensetzt und neben den einzelnen bewertbaren materiellen Wirtschaftsgütern der Praxiseinrichtung hauptsächlich durch den als immaterielles Wirtschaftsgut abschreibbaren Praxiswert repräsentiert wird. Im "Praxiswert" ist somit neben dem Patientenstamm auch der "Vorteil aus der Vertragsarztzulassung" enthalten.