Ausgabe 1/2017
Steuertipp vom 03.01.2017

Ertragsteuerliche Behandlung von Pflegeaufwendungen und Heimunterbringungskosten

1. Pflegeaufwendungen

Der Abzug pflegebedingter Aufwendungen setzt einen zuerkannten Schweregrad der Pflegebedürftigkeit i.S.d. §§ 14, 15 SGB XI (Pflegestufen I bis III; ab 2017 Pflegegrade 1 bis 5) oder eine nach § 45a SGB XI festgestellte erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz voraus.

Der Nachweis ist durch eine Bescheinigung (z.B. Leistungsbescheid oder -mitteilung) der sozialen Pflegekasse oder des privaten Versicherungsunternehmens, das die private Pflegepflichtversicherung durchführt, oder nach § 65 Abs. 2 EStDV zu führen.

Wird ein Steuerpflichtiger ambulant gepflegt und erfüllt er nicht die genannten Voraussetzungen, können die Pflegekosten auch ohne weiteren Nachweis als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt werden. Dies gilt jedoch nur, wenn die Pflegekosten von einem anerkannten Pflegedienst nach § 89 SGB XI gesondert in Rechnung gestellt werden (vgl. R 33.1 Abs. 1 EStR).

Zudem können bei einer Heimunterbringung gesondert ausgewiesene Pflegekosten ohne weiteren Nachweis berücksichtigt werden, wenn das Heim diese Kosten für Pflege unterhalb der Pflegestufe I (sog. Pflegestufe 0) mit dem Sozialhilfeträger vereinbart hat.

Die Aufwendungen sind allerdings um die Leistungen der sozialen und/oder einer privaten Pflegeversicherung (z.B. Pflegegeld) zu kürzen.