Ausgabe 19/2006
Steuertipp vom 11.05.2006

„First in/First out“ bei der Veräußerung von Wertpapieren

Bei der Ermittlung des steuerpflichtigen Veräußerungsgewinns gilt ab dem 01.01.2005 der Grundsatz, dass die zuerst angeschafften Wertpapiere als zuerst veräußert gelten (sog. „Fifo-Verfahren“).

Beispiel: Ein Anleger kauft zu folgenden Zeitpunkten Aktien der A-AG:

Am 15.01.04: 100 Stück zu 4.000 ı,

am 30.09.04: 100 Stück zu 3.000 ı,

und am 07.02.05: 100 Stück zu 5.000 ı.

Am 28.02.05 veräußert er 200 Stück für insgesamt 14.000 ı.

Die am 15.01.04 erworbenen Aktien gelten als zuerst veräußert. Da die Veräußerung außerhalb der einjährigen Spekulationsfrist erfolgte, ist der Veräußerungserlös bis zu 7.000 ı steuerfrei. Als zweites gelten die am 30.09.04 erworbenen Aktien als veräußert. Da diese Veräußerung innerhalb der Jahresfrist seit der Anschaffung erfolgte, ergibt sich folgender steuerpflichtiger Gewinn:

Veräußerungserlös: von 14.000 ı 7.000 ı
Anschaffungskosten dieser Aktien 3.000 ı
Gewinn aus privatem Veräußerungsgeschäft 4.000 ı
darauf Halbeinkünfteverfahren
steuerpflichtiger Gewinn 2.000 ı

Im Bestand verbleiben die am 07.02.05 erworbenen 100 Aktien zu Anschaffungskosten von 5.000 ı.

Vgl. § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG.