Ausgabe 48/2012
Steuertipp vom 29.11.2012

Freiberufliche Einkünfte bei einer doppelstöckigen Personengesellschaft

Eine doppelstöckige Personengesellschaft kann auch freiberufliche Einkünfte erzielen (BFH, Urt. v. 28.10.2008 - VIII R 69/06, BStBl II 2009, 642). Allerdings müssen sämtliche Untergesellschafter die Merkmale des freien Berufs erfüllen. Da die Obergesellschaft selbst diese Merkmale nicht erfüllen kann, ist zur Anerkennung einer doppelstöckigen Freiberufler-Personengesellschaft zu fordern, dass auch alle mittelbar an der Untergesellschaft beteiligten Gesellschafter der Obergesellschaft die Tatbestandsmerkmale des § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG erfüllen. Denn freiberufliche Einkünfte können nicht allein durch das Halten einer unmittelbaren oder mittelbaren Beteiligung, sondern immer nur dadurch erzielt werden, dass der Steuerpflichtige durch eigene Tätigkeit die Merkmale des freien Berufs in seiner Person erfüllt. Weil jeder Gesellschafter eigenverantwortlich und leitend tätig sein muss, ist zu ihrer Anerkennung weiter zu verlangen, dass alle Obergesellschafter - zumindest in geringfügigem Umfang - in der Untergesellschaft leitend und eigenverantwortlich mitarbeiten (BFH, Urt. v. 28.10.2008, a.a.O.).