Ausgabe 28/2021
Steuertipp vom 14.07.2021

Geldwerter Vorteil bei Firmenwagengestellung und Homeoffice-Tätigkeit

Nach der Verwaltungsauffassung steht ein betriebliches, dem Arbeitnehmer zur Nutzung dauerhaft überlassenes Kraftfahrzeug dem Arbeitnehmer auch dann "zur Verfügung", wenn er dieses tatsächlich nicht nutzt. Folge daraus ist: Wird dem Arbeitnehmer ein betriebliches Kraftfahrzeug dauerhaft zur Nutzung für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte überlassen, so findet die monatliche Zuschlagsregelung des § 8 Abs. 2 Satz 3 EStG (0,03-%-Regel) - auch Anwendung für volle Kalendermonate, in denen das Fahrzeug tatsächlich nicht für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte genutzt wird. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dies durch eine ganzjährige Einzelbewertung zu vermeiden:

Werden tatsächlich keine Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte durchgeführt, bleibt es den Arbeitnehmern unbenommen, im Veranlagungsverfahren zu erreichen, dass die Erhöhung des pauschalen Nutzungswerts für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte nach deren tatsächlicher Anzahl bemessen wird. Die Methode (Anwendung der 0,03-%-Regelung oder Einzelbewertung) darf zwar während des Kalenderjahrs nur einheitlich angewendet werden, eine rückwirkende Änderung des Lohnsteuerabzugs (Wechsel von der 0,03-%-Regelung zur Einzelbewertung oder umgekehrt für das gesamte Kalenderjahr) ist jedoch grundsätzlich möglich.