Ausgabe 50/2017
Steuertipp vom 12.12.2017

Gewerbesteuerliche Folgen der atypisch stillen Beteiligung am Handelsgewerbe einer Personengesellschaft

Nach dem BFH-Urteil vom 08.12.2016 - IV R 8/14 (BStBl II 2017, 538) liegen im Fall der atypisch stillen Beteiligung am gesamten Handelsgeschäft einer Personengesellschaft grundsätzlich zwei Gewerbebetriebe vor. Das "eigentliche" Handelsgeschäft der Personengesellschaft bildet dabei den "Gewerbebetrieb der atypisch stillen Gesellschaft". Die Personengesellschaft, an deren Handelsgeschäft die atypisch stille Beteiligung besteht, unterhält einen weiteren Gewerbebetrieb, der das Halten des Mitunternehmeranteils an der atypisch stillen Gesellschaft zum Gegenstand hat ("Gewerbebetrieb der Personengesellschaft"). Grund hierfür ist die Regelung des § 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG, wonach die Tätigkeit einer Personengesellschaft u.a. dann als Gewerbebetrieb gilt, wenn sie gewerbliche Einkünfte i.S.d. § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG erzielt. Das ist bei einer Beteiligung an einer atypisch stillen Gesellschaft der Fall, weil eine atypisch stille Gesellschaft eine Mitunternehmerschaft i.S.d. § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG ist.