Ausgabe 37/2022
Einkommensteuer Aktuell vom 14.09.2022
BFH, Urt. v. 15.12.2021 - X R 19/19

Gewerbliche Tätigkeit eines Sportlers und Zurechnung von Zahlungen der Sportförderung

  1. Steht eine an sich nicht steuerbare - sportliche Betätigung mit ihrer gewerblichen Vermarktung im Rahmen von Sponsorenverträgen in einem untrennbaren Sachzusammenhang, bilden beide Tätigkeiten einen einheitlichen Gewerbebetrieb, so dass auch die Sporttätigkeit von der Steuerpflicht erfasst wird.
  2. Liegt ein einheitlicher Gewerbebetrieb als Sportler vor, stellen finanzielle Unterstützungsmaßnahmen der Sportförderung aufgrund des weiten Verständnisses des Veranlassungsbegriffs Betriebseinnahmen dar.
BFH, Urt. v. 15.12.2021 - X R 19/19

Im Streitfall war der Kläger als erfolgreicher Sportler Mitglied einer Sportfördergruppe und nahm an (inter-)nationalen Meisterschaften teil. Im Rahmen seines Gewerbebetriebs als "Sportler" erfasste er die Einnahmen aus seinen Sponsorenverträgen, von denen er die konkreten Aufwendungen im Zusammenhang mit seiner Sporttätigkeit in Abzug brachte. Die ihm von der Stiftung Deutsche Sporthilfe (nachfolgend Stiftung) gewährten Leistungen (Kaderförderung, Prämien für Platzierungen bei den Olympischen Spielen) sah er hingegen als nicht gewerbesteuerpflichtige, sonstige Einkünfte (§ 22 EStG) an, denen er ohne weitere Nachweise Werbungskosten in gleicher Höhe gegenüberstellte.