Ausgabe 4/2018
Einkommensteuer Aktuell vom 23.01.2018
BFH, Urt. v. 23.08.2017 - X R 7/15, NV

Gewerblicher Grundstückshandel bei geschenkten Objekten

  1. Die Veräußerung ererbter oder geschenkter Grundstücke ist jedenfalls dann bei der sog. Drei-Objekt-Grenze zu berücksichtigen, wenn der Steuerpflichtige im erheblichen Umfang die Verwertungsmöglichkeiten nach der Übertragung verbessert hat.
  2. Die Berücksichtigung einer dem Ehegatten geschenkten Eigentumswohnung bei der Drei-Objekt-Grenze kommt dann in Betracht, wenn der übertragende Steuerpflichtige vor der Übertragung die (zumindest bedingte) Absicht hatte, auch dieses Objekt am Markt zu verwerten.
BFH, Urt. v. 23.08.2017 - X R 7/15, NV

Der Kläger veräußerte in dem Zeitraum von August 2004 bis November 2004 drei Eigentumswohnungen und schenkte der Ehefrau im Januar 2005 die nicht veräußerte vierte Eigentumswohnung im Erdgeschoss. Die fünfte Eigentumswohnung im Dachgeschoss wurde und wird teilweise vom Kläger selbst genutzt. Der BFH hat im Streitfall das Vorliegen eines gewerblichen Grundstückshandels bejaht, obwohl der Kläger den hälftigen Grundstücksanteil von seiner Mutter unentgeltlich erworben, seinerseits nur drei Objekte veräußert und ein viertes Objekt an seine Ehefrau verschenkt hat.