Ausgabe 45/2017
Einkommensteuer Aktuell vom 07.11.2017
FG Münster, Urt. v. 11.08.2007 - 4 K 2867/16 F

Grenzen der Abziehbarkeit der Ausbildungskosten für Hubschrauberpiloten

Für den Nachweis der betrieblichen Veranlassung für eine Hubschrauberausbildung eines Landwirts sind mindestens ein betriebliches Konzept sowie die stringente Verfolgung der Ausbildung und ein zumindest theoretisch erreichbarer Erfolg maßgeblich.

FG Münster, Urt. v. 11.08.2007 - 4 K 2867/16 F

Ein Landwirt mit forstwirtschaftlichem Betrieb wollte im Rahmen einer Privathubschrauberlizenz Frosteinschläge seiner auf ca. 21 ha angebauten Weihnachtsbaumkulturen, die sich auf nicht zusammenhängenden Arealen verteilten, aus der Luft bekämpfen, um so Frostschäden zu verhindern. Die hierzu als Betriebsausgaben geltend gemachten Aufwendungen lehnte das Finanzamt ab, weil es die betriebliche Veranlassung bezweifelte.

Das FG Münster folgte dieser Auffassung und wies die Klage ab. Betriebsausgaben i.S.d. § 4 Abs. 4 EStG liegen vor, wenn die Aufwendungen durch den Betrieb veranlasst werden. Sie müssen objektiv mit dem Betrieb zusammenhängen und subjektiv dem Betrieb zu dienen bestimmt sein (vgl. BFH, Beschl. v. 04.07.1990 - GrS 2-3/88, BStBl II 1990, 817). Eine private Mitveranlassung muss entweder unbedeutend oder zumindest trennbar sein (vgl. BFH, Beschl. v. 21.09.2009 - GrS 1/06, BStBl II 2010, 672). Die Nachweispflicht trifft den Steuerpflichtigen.