Ausgabe 20/2018
Erbschaft-/Schenkungsteuer Aktuell vom 15.05.2018
FG Niedersachsen, Urt. v. 07.12.2017 - 1 K 219/15, rkr.

Grundbesitzbewertung im Vergleichswertverfahren

Wohnungseigentum ist grundsätzlich im Vergleichswertverfahren zu bewerten. Grundlage sind vorrangig die von den Gutachterausschüssen i.S.d. §§ 192 ff. BauGB mitgeteilten Vergleichspreise. Das Finanzamt ist nicht befugt, die ihm vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte für einen Stichtag mitgeteilten Vergleichspreise für einen anderen Stichtag zu verwerten. Das gilt auch, wenn die Abweichung nur einen Tag beträgt.

FG Niedersachsen, Urt. v. 07.12.2017 - 1 K 219/15, rkr.

Die Klägerin erhielt von ihrer Tochter mit Übergabevertrag vom 26.02.2009 unentgeltlich einen halben Miteigentumsanteil an einer Eigentumswohnung. Das Finanzamt bat daraufhin den Gutachterausschuss für Grundstückswerte, die Preise von Vergleichsgrundstücken auf den 27.02.2009 festzustellen. Der Gutachterausschuss entschied am 10.12.2014, für den Wertermittlungs- und Qualitätsstichtag 27.02.2009 seien 13 Vergleichspreise vorhanden, teilte sie dem Finanzamt mit und erläuterte auch die Ermittlungsmethode. Das Finanzamt erließ am 17.02.2015 einen Bescheid mit dem Durchschnittswert der Vergleichspreise auf den Besteuerungszeitpunkt 26.02.2009. Der dagegen eingelegte Einspruch wurde zurückgewiesen, da die Klägerin keinen niedrigeren gemeinen Wert nachgewiesen hat.