Ausgabe 34/2017
Einkommensteuer Aktuell vom 24.08.2017
BFH, Beschl. v. 12.07.2017 - VI R 36/15

Keine Verteilung außergewöhnlicher Belastungen wegen fehlender steuerlicher Auswirkung im Abflussjahr

  1. Aufwendungen i.S.d. § 33 Abs. 1 EStG sind grundsätzlich in dem Veranlagungszeitraum zu berücksichtigen, in dem der Steuerpflichtige sie geleistet hat.
  2. Eine abweichende Steuerfestsetzung nach § 163 AO ist atypischen Ausnahmefällen vorbehalten. Sie kommt nicht bereits dann in Betracht, wenn sich Aufwendungen im Veranlagungszeitraum der Verausgabung nicht in vollem Umfang steuermindernd ausgewirkt haben.
BFH, Beschl. v. 12.07.2017 - VI R 36/15

Die Tochter der Kläger ist schwer- und mehrfachbehindert. Sie wird im Elternhaus gepflegt und betreut. Im Jahr 2011 bauten die Kläger ihr Haus für insgesamt 165.981 € behindertengerecht um. In ihrer Einkommensteuererklärung für 2011 machten sie Umbaukosten i.H.v. 60.000 € als außergewöhnliche Belastungen geltend und beantragten, den Restbetrag aus Billigkeitsgründen auf die folgenden beiden Veranlagungszeiträume zu verteilen.