Ausgabe 8/2018
Einkommensteuer Aktuell vom 20.02.2018
FG Köln, Urt. v. 19.10.2017 - 15 K 2006/16

Keine Vortragstätigkeit eines Professors als Nebenberuf

Ein Freibetrag nach § 3 Nr. 26 EStG scheidet aus, sofern es sich nicht um eine Nebentätigkeit handelt. Die Einkünfte eines Hochschullehrers, der nebenberuflich Vorträge hält, sind seiner Haupttätigkeit zuzurechnen.

FG Köln, Urt. v. 19.10.2017 - 15 K 2006/16

Ein Professor hielt neben seiner in Vollzeit ausgeführten Hochschultätigkeit hin und wieder Vorträge gegen Entgelt. Für diese Einkünfte beantragte er den Freibetrag nach § 3 Nr. 26 und 26a EStG. Teilweise wurden seine insgesamt vier Vorträge als Fortbildung für Rechtsanwälte nach § 15 FAO anerkannt. Das Finanzamt versagte den Freibetrag, da die Vortragstätigkeiten nicht die Voraussetzungen einer nebenberuflichen Beschäftigung erfüllten. Trotz des zeitlichen Aufwandes von nur ca. 20 bis 40 Stunden sah das Finanzamt darin eine zweite Haupttätigkeit.

Das FG Köln wies die dagegen gerichtete Klage ab. Voraussetzung nach § 3 Nr. 26 und Nr. 26a EStG ist jeweils eine nebenberufliche Tätigkeit. Begünstigt ist außerdem nur eine Tätigkeit, die z.B. durch eine pädagogische Ausrichtung - Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher oder vergleichbar - definiert ist (vgl. BFH, Urt. v. 17.10.1991 - IV R 106/90, BStBl II 1992, 176).