Ausgabe 2/2018
Körperschaftsteuer Aktuell vom 09.01.2018
BFH, Urt. v. 18.10.2017 - V R 46/16

Körperschaftsteuerbefreiung für die Abgabe von Faktorpräparaten

Die Abgabe von Medikamenten zur Blutgerinnung (sog. Faktorpräparate) an Hämophiliepatienten ist auch dann dem Zweckbetrieb Krankenhaus (§ 67 AO) zuzuordnen, wenn sich der Patient selbst das Medikament im Rahmen einer ärztlich kontrollierten Heimselbstbehandlung verabreicht.

BFH, Urt. v. 18.10.2017 - V R 46/16

Ein Krankenhaus ist gem. § 67 Abs. 1 AO ein Zweckbetrieb, wenn es in den Anwendungsbereich des KHEntgG oder der Bundespflegesatzverordnung (BPflV) fällt und mindestens 40 % der jährlichen Belegungstage oder Berechnungstage auf Patienten entfallen, bei denen nur Entgelte für allgemeine Krankenhausleistungen (§ 7 KHEntgG, § 10 BPflV) berechnet werden. Der Kläger erfüllte diese Quotenregelungen. Die Abgabe der Faktorpräparate zur Verabreichung im Rahmen der ärztlich begleiteten Heimselbstbehandlung von Hämophilen rechnet der BFH mit folgenden Erwägungen dem Zweckbetrieb "Krankenhaus" zu.