Ausgabe 34/2017
Einkommensteuer Aktuell vom 24.08.2017
FG Berlin-Brandenburg, Urt. v. 01.06.2017 - 3 K 3278/14, NZB (Az. beim BFH: VI B 69/17)

Kosten für das Vorhalten einer Wohnung

Die Aufwendungen für das Vorhalten einer Wohnung ohne Nutzung kann beruflich veranlasst sein und zu Werbungskosten anderer Art führen.

FG Berlin-Brandenburg, Urt. v. 01.06.2017 - 3 K 3278/14, NZB (Az. beim BFH: VI B 69/17)

Im Streitfall war eine in einer Klinik angestellte Augenärztin nach der Geburt ihres Kindes zu ihrem Lebensgefährten und Vater des Kindes gezogen. Ihre Wohnung am Beschäftigungsort kündigte sie nicht, sondern unterhielt sie für den Zeitraum ihrer Elternzeit weiterhin. Am neuen Wohnort nahm sie während der Elternzeit eine Teilzeitstelle als Augenärztin an. Im Rahmen der Einkommensteuererklärung beantragte sie für die Aufwendungen ihrer alten Wohnung einen Werbungskostenabzug, was strittig ist.

Das FG Berlin-Brandenburg gab der Klage statt. Es verneinte zwar einen Werbungskostenabzug wegen doppelter Haushaltsführung, da der Haushalt wirtschaftlich nicht geführt wurde. Allerdings bejahte es einen Werbungskostenabzug anderer Art i.S.d. § 9 Abs. 1 Satz 1 EStG, da das Vorhalten der Wohnung allein aus beruflichen Gründen erfolgt ist. Denkbare private Gründe hingegen lagen nicht vor bzw. wurden von den Richtern als geringfügig erachtet.