Ausgabe 40/2017
Einkommensteuer Aktuell vom 02.10.2017
FG Thüringen, Urt. v. 14.06.2017 - 3 K 111/16

Künstliche Befruchtung als außergewöhnliche Belastung bei Alleinerziehenden?

Die Aufwendungen wegen einer künstlichen Befruchtung (In-Vitro-Fertilisation) führt nur dann zu außergewöhnlichen Belastungen, sofern die Mutter mit dem Kinderwunsch entweder verheiratet oder in einer festen Partnerschaft lebt.

FG Thüringen, Urt. v. 14.06.2017 - 3 K 111/16

Für eine erfolglose, künstliche Befruchtung (In-Vitro-Fertilisation) wendete die alleinerziehende, 48-jährige Mutter eines Kindes im Jahr 2013 über 12.000 € auf. Die Maßnahme wurde in Tschechien durchgeführt. Das Finanzamt wie auch das FG Thüringen lehnten es ab, die Aufwendungen als außergewöhnliche Belastungen zu berücksichtigen.

Grundsätzlich können zwar Krankheitsaufwendungen - und eine Einschränkung der Empfängnisfähigkeit ist eine Krankheit in diesem Sinne - als außergewöhnliche Belastung abziehbar sein. Die Einschränkung, dass nur verheiratete Frauen diese Aufwendungen geltend machen dürfen, gilt seit 2007 nicht mehr (vgl. BFH, Urt. v. 10.05.2007 - III R 47/05, BFHE 218, 141, BStBl II 2007, 871). Der Abzug ist jedoch nur zulässig, sofern die Maßnahmen in Übereinstimmung mit den Richtlinien der ärztlichen Berufsordnungen vorgenommen werden.