Ausgabe 40/2017
Körperschaftsteuer Aktuell vom 02.10.2017
BFH, Urt. v. 10.05.2017 - I R 19/15

Mindestlaufzeit eines Gewinnabführungsvertrags bei körperschaftsteuerrechtlicher Organschaft

  1. Die Organgesellschaft ist auch unter Geltung einer umwandlungsteuerrechtlichen Rückwirkungsfiktion nicht "vom Beginn ihres Wirtschaftsjahrs an ununterbrochen" (§ 14 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 1 KStG) in den Organträger finanziell eingegliedert, wenn die Anteile an der Organgesellschaft im Rückwirkungszeitraum (unterjährig) von einem Dritten auf den Organträger übergehen.
  2. Bei der Berechnung der fünfjährigen Mindestlaufzeit eines Gewinnabführungsvertrags bei körperschaftsteuerrechtlicher Organschaft (§ 14 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 KStG) kann eine umwandlungsteuerrechtliche Rückwirkungsfiktion beachtlich sein, auch wenn sie auf einen Zeitpunkt vor Gründung der Organgesellschaft wirkt.
BFH, Urt. v. 10.05.2017 - I R 19/15

Streitig war, ob im Streitjahr 2005 eine den gesetzlichen Maßgaben entsprechende finanzielle Eingliederung der B GmbH (Organgesellschaft) in die B Holding GmbH (Organträgerin) vorlag. Dies hat der BFH verneint, so dass die Gewinnabführung an die B Holding GmbH als vGA einkommenserhöhend anzusetzen war (sog. verunglückte Organschaft).