Ausgabe 3/2018
Einkommensteuer Aktuell vom 16.01.2018
BMF-Schreiben v. 12.12.2017 - IV C 5 - S 2388/14/10001, 2017/0888392

Neues Anwendungsschreiben zur Anrufungsauskunft im Lohnsteuerabzugsverfahren

Mögliche Antragsteller einer Anrufungsauskunft (Beteiligte i.S.v. § 42e Satz 1 EStG) sind der Arbeitgeber, der die Pflichten des Arbeitgebers erfüllende Dritte i.S.v. § 38 Abs. 3a EStG und der Arbeitnehmer. Eine Anrufungsauskunft können auch Personen beantragen, die nach Vorschriften außerhalb des EStG für Lohnsteuer haften, z.B. gesetzliche Vertreter, Vermögensverwalter und Verfügungsberechtigte i.S.d. §§ 34 und 35 AO. Die Anrufungsauskunft ist stets gebührenfrei. Im Auskunftsantrag sind konkrete Rechtsfragen darzulegen, die für den Einzelfall von Bedeutung sind. Das BMF hat die Grundsätze zur Anwendung des § 42e EStG unter Berücksichtigung der aktuellen BFH-Rechtsprechung zusammengefasst und dabei u.a. auf Folgendes hingewiesen:

  • Die Anrufungsauskunft kann mit Wirkung für die Zukunft aufgehoben oder geändert werden; § 207 Abs. 2 AO ist sinngemäß anzuwenden. Hierbei handelt es sich um eine Ermessensentscheidung, die zu begründen ist. Außerdem tritt eine Anrufungsauskunft außer Kraft, wenn die Rechtsvorschriften, auf denen die Entscheidung beruht, geändert werden (analoge Anwendung des § 207 Abs. 1 AO).