Ausgabe 11/2020
Steuertipp vom 11.03.2020

Nutzung eines häuslichen Arbeitszimmers durch mehrere Steuerpflichtige

In Abänderung seiner früheren Rechtsprechung hat der BFH in dem Urteil vom 15.12.2016 - VI R 86/13 entschieden, dass der Höchstbetrag des § 4 Abs. 5 Nr. 6b EStG nicht objektbezogen, sondern personenbezogen zu ermitteln ist. Dieser Rechtsprechungsänderung lassen sich folgende allgemeingültige Grundsätze für den Abzug von Arbeitszimmeraufwendungen als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben entnehmen:

  • Zwar sind die Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer zeitanteilig zu kürzen, wenn der Steuerpflichtige erst während des Jahres eine Tätigkeit aufnimmt oder beendet. Eine Kürzung ist hingegen nicht vorzunehmen, wenn das Zimmer zeitweise, z.B. wegen Urlaubs, Krankheit, Wochenenden oder mangels Aufträgen nicht genutzt wird. Entscheidend ist nur, dass der Steuerpflichtige ein häusliches Arbeitszimmer vorhält. Die Zeiten der Nichtnutzung dürfen dann nicht der außerberuflichen Nutzung zugerechnet werden.
  • Nutzen mehrere Miteigentümer ein gemeinsames Wirtschaftsgut zur Einkunftserzielung, kann jeder die seinem Anteil entsprechenden und von ihm getragenen Aufwendungen als Werbungskosten/Betriebsausgaben abziehen.
  • Bei Mietzahlungen ist jeweils die Hälfte für Rechnungen des jeweiligen Ehegatten/Lebenspartners als aufgewendet anzusehen. Auf den tatsächlichen Nutzungsumfang kommt es dann nicht an.