Ausgabe 36/2022
Steuertipp vom 07.09.2022

Rückwirkendes Ereignis beim Realsplitting

Der BFH hat sich im Urteil vom 28.07.2021 (X R 15/19) mit der Frage auseinandergesetzt, unter welchen Voraussetzungen ein rückwirkendes Ereignis beim sog. "Realsplitting" vorliegt.

Unterhaltsleistungen zwischen Ehegatten werden unter den Voraussetzungen des § 10 Abs. 1a Nr. 1 EStG beim Leistenden als Sonderausgaben, beim Empfänger als sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 1a EStG berücksichtigt.

Die Voraussetzungen eines rückwirkenden Ereignisses i.S.d. § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, Satz 2 AO zur Anerkennung der Unterhaltsleistungen liegen vor, wenn nach Eintritt der Bestandskraft sowohl die Zustimmungserklärung des Empfängers erteilt wird, als auch der Antrag des Leistenden nach § 10 Abs. 1a Nr. 1 EStG gestellt wird (AEAO zu § 175, Nr. 2.4).