Ausgabe 21/2018
Arbeits- und Sozialversicherungsrecht vom 24.05.2018
LAG Hessen, Urt. v. 10.11.2017 - 10 Sa 964/17

Schadenersatz nach unwirksamer Versetzung

Eine unberechtigte örtliche Versetzung eines Arbeitnehmers kann zur Folge haben, dass der Arbeitgeber die Kosten einer Zweitwohnung und eines Teils der Heimfahrten zu erstatten hat. Zudem ist ein Tagegeld zu bezahlen.

Das Hessische LAG hatte den Fall eines seit 1997 bei einem Tischler- und Montageunternehmen in Südhessen beschäftigten Metallbaumeisters zu entscheiden. Dieser war zuletzt als Betriebsleiter des südhessischen Standorts eingesetzt. Ab November 2014 versetzte die beklagte Arbeitgeberin den Kläger für mindestens zwei Jahre in ihre sächsische Niederlassung, die 487 km entfernt ist. Der Kläger folgte der Aufforderung und mietete eine Zweitwohnung für ca. 315 € monatlich. Er pendelte mit seinem Privatfahrzeug regelmäßig sonntags und freitags zwischen Hauptwohnsitz und Zweitwohnung. Er erhob Klage auf Feststellung der Rechtswidrigkeit der Versetzung. Nach einem rechtskräftigen Berufungsurteil arbeitete er ab Oktober 2016 wieder in Südhessen.