Ausgabe 5/2013
Steuertipp vom 31.01.2013

Schuldzinsen nach Veräußerung einer Immobilie als nachträgliche Werbungskosten

Nach dem BMF-Schreiben vom 03.05.2006 - IV C 3 - S 2211 - 11/06 (BStBl I 2006, 363) sind Schuldzinsen nach Aufgabe der Vermietungstätigkeit nur dann als nachträgliche Werbungskosten abziehbar, wenn sie der Finanzierung von sofort abziehbaren Erhaltungsaufwendungen gedient haben.

Hiervon ist der BFH abgewichen. Nach dem Urteil vom 20.06.2012 - IX R 67/10 können Schuldzinsen, die der Finanzierung von Anschaffungskosten eines zur Erzielung von Einkünften aus Vermietung und Verpachtung genutzten Wohngrundstücks dienten, auch nach einer gem. § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG steuerbaren Veräußerung der Immobilie weiter als (nachträgliche) Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abgezogen werden, soweit die Verbindlichkeiten durch den Veräußerungserlös nicht getilgt werden können.