Ausgabe 27/2021
Arbeits- und Sozialversicherungsrecht vom 07.07.2021
LSG Nordrhein-Westfalen, Urt. v. 09.11.2020 - L 17 U 487/19, Rev. eingelegt

Sturz auf dem Weg ins Homeoffice: Ein Arbeitsunfall?

Um die Corona-Pandemie einzudämmen, arbeiten zahlreiche Arbeitnehmer von zu Hause aus. Dabei besteht - wie am Arbeitsplatz auch - der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Geschieht bei einer versicherten Tätigkeit ein Unfall, so ist dieser ein Arbeitsunfall. Allerdings ist die Abgrenzung zwischen versicherter und nicht versicherter Tätigkeit gerade bei mobiler Arbeit mitunter problematisch. Es wurde bereits entschieden, dass die Wege zur Nahrungsaufnahme in der Küche oder zur Toilette als eigenwirtschaftliche Tätigkeiten bei der Arbeit von zuhause aus nicht versichert sind. Es fehlt der enge Zusammenhang dieser Tätigkeiten mit den beruflichen Aufgaben. Ob ein solcher enger Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit bei einem Sturz auf dem Weg von einem Wohnraum zum Arbeitsbereich zu werten ist, entschied das LSG Nordrhein-Westfalen am 09.11.2020.

Der Kläger war seit mehreren Jahren Gebietsverkaufsleiter im Außendienst. Er arbeitete dabei regelmäßig auch im Homeoffice. Am 17.09.2018 stürzte der Kläger auf dem Weg von den Wohnräumen in seine Büroräume eine Treppe hinunter und erlitt einen Bruch des zwölften Brustwirbelkörpers.