Ausgabe 3/2014
Steuertipp vom 16.01.2014

Teilwertabschreibung auf unverzinsliche Gesellschafterdarlehen

Bei der Vereinbarung unverzinslicher Gesellschafterdarlehen, bei denen die Forderung beim Gesellschafter zu einem Betriebsvermögen gehört, sollten auch die steuerlichen Folgen berücksichtigt werden:

Der BFH hat mit Urteil vom 24.10.2012 - I R 43/11 (BStBl II 2013, 162) entschieden, dass im Fall eines unverzinslichen Gesellschafterdarlehens eine Teilwertabschreibung der Forderung nicht in Betracht kommt, da es sich nicht um eine voraussichtlich dauernde Wertminderung i.S.d. § 6 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 EStG handelt.

Wie bereits im Urteil vom 08.06.2011 - I R 98/10 (BStBl II 2012, 716, zur Dauerhaftigkeit der Wertminderung festverzinslicher Wertpapiere), geht der BFH von der Überlegung aus, dass die Forderung aufgrund der Unverzinslichkeit zwar zunächst wertgemindert ist, diese Wertminderung aber bis zum Fälligkeitstag aufgeholt wird. Zum Fälligkeitstag wird dann der Nominalbetrag der Forderung erreicht. Somit ist die Wertminderung nur vorübergehend und nicht dauerhaft.

Im Ergebnis weicht damit die Bewertung der Forderung beim Gesellschafter (Darlehensgläubiger) von der Bewertung der Rückzahlungsverpflichtung bei der Gesellschaft ab. Die Gesellschaft als Darlehensnehmerin hat die Rückzahlungsverpflichtung nach § 6 Abs. 1 Nr. 3 Satz 1 EStG regelmäßig abzuzinsen.