Ausgabe 15/2015
Steuertipp vom 09.04.2015

Übertragung eines GmbH-Anteils gegen Versorgungsleistungen

Der Abzug von Versorgungsleistungen für die Übertragung eines GmbH-Anteils als Sonderausgaben nach § 10 Abs. 1 Nr. 1a Satz 2 Buchst. c EStG setzt voraus, dass der übertragene Anteil an der GmbH mindestens 50 % beträgt. Des Weiteren muss der Übergeber als Geschäftsführer der GmbH tätig gewesen sein und der Übernehmer diese Tätigkeit nach der Übertragung übernehmen.

Wurde der Anteil an einer GmbH binnen eines Jahres vor der Vermögensübertragung als gewillkürtes Betriebsvermögen in das Vermögen eines Betriebs bzw. Teilbetriebs oder einer Mitunternehmerschaft eingelegt, vermutet die Verwaltung, dass § 10 Abs. 1 Nr. 1a Satz 2 Buchst. c EStG umgangen werden soll. Hiervon wird auch ausgegangen, wenn der Betrieb, der Teilbetrieb oder die Mitunternehmerschaft innerhalb eines Jahres vor der Ver mögensübertragung durch Umwandlung einer Körperschaft entstanden ist. In beiden Fallkonstellationen wird eine Begünstigung abgelehnt (vgl. BMF-Schreiben v. 11.03.2010, BStBl I 2010, 227, Rdnr. 23).

Etwaige Teilübertragungen sind isoliert zu betrachten und müssen für eine Begünstigung jeweils die Voraussetzungen der Mindestquote erfüllen. Eine kumulierte Gesamtbetrachtung mehrerer Teilübertragungen ist nicht zulässig.