Ausgabe 18/2018
Einkommensteuer Aktuell vom 02.05.2018
FG Schleswig-Holstein, Urt. v. 07.03.2018 - 2 K 174/17

Übungsleiter-Freibetrag für Einkünfte eines Lehrarztes?

Für die Vergütung der Tätigkeit eines Arztes im Rahmen der Betreuung und praktischen Ausbildung von Medizinstudenten in den eigenen Praxisräumen (sog. Lehrarzt) kann der Freibetrag nach § 3 Nr. 26 EStG nicht gewährt werden, weil das Kriterium der Nebenberuflichkeit nicht erfüllt ist.

FG Schleswig-Holstein, Urt. v. 07.03.2018 - 2 K 174/17

Die zusammenveranlagten Kläger erzielen beide als Ärzte im Rahmen einer Gemeinschaftspraxis Einkünfte aus selbständiger Arbeit. In den Jahren 2014 und 2015 (Streitjahre) nahmen sie auf der Grundlage einer zwischen der Gemeinschaftspraxis der Kläger und einer Universität abgeschlossenen Vereinbarung als sog. Lehrärzte an der praktischen Ausbildung von Studierenden der Medizin teil. Für die aus dieser Tätigkeit erzielten Einkünfte von 6.000 € (2014) bzw. 4.000 € (2015) beanspruchten sie den Übungsleiter-Freibetrag von je 2.400 € nach § 3 Nr. 26 EStG. Das Finanzamt lehnte dies ab bzw. gewährte die Steuerbefreiung nur dem Ehemann in Höhe von 2.000 € (2015).

Das FG Schleswig-Holstein hielt die dagegen gerichtete Klage für unbegründet; das Finanzamt habe zu Recht eine (weitere) Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 26 EStG abgelehnt.