Ausgabe 36/2017
Einkommensteuer Aktuell vom 05.09.2017
OFD Niedersachsen, Vfg. v. 21.02.2017 - S 2241a-96-St 222/St 221

Umfang des Kapitalkontos i.S.d. § 15a Abs. 1 EStG bei Mehrkontenmodellen

In der Gesamthandsbilanz der Gesellschaft werden regelmäßig mehrere Kapitalkonten mit unterschiedlichen Bezeichnungen geführt. Dabei ist zwischen Kapitalkonten i.S.d. § 15a Abs. 1 EStG (Eigenkapital) und Darlehenskonten der Gesellschafter (Fremdkapital) zu unterscheiden.

Diese Unterscheidung hat beim beschränkt haftenden Gesellschafter Auswirkungen auf den Umfang seines Kapitalkontos i.S.d. § 15a Abs. 1 EStG und damit auf das Verlustausgleichsvolumen. Kennzeichnend für ein Kapitalkonto i.S.d. § 15a EStG ist, dass auf diesem Verlustanteile des Gesellschafters verbucht werden. Für die Abgrenzung ist entscheidend, ob das Konto durch Teilhabe an Verlusten der Gesellschaft der gesamthänderischen Bindung unterliegt.

Diese Abgrenzung ist insbesondere für Darlehens- bzw. Verrechnungskonten im Rahmen von Drei- bzw. Vier-Konten-Modellen von Bedeutung, welche häufig Fremdkapital darstellen. Zur Erleichterung dieser Abgrenzung hat die OFD Niedersachsen auf der Grundlage des BFH-Urteils vom 16.10.2008 (BStBl II 2009, 272) für die einzelnen Fallgestaltungen tabellarische Übersichten erstellt:

a) Zwei-Konten-Modell

Konto I (= festes Kapital)

Festes Kapitalkonto (= Hafteinlage), von dem die Beteiligung am Jahresergebnis und am Liquidationserlös sowie die Stimmrechte abhängen.

Konto II (= variables Kapitalk)