Ausgabe 20/2015
Steuertipp vom 14.05.2015

Umqualifizierung von Altverlusten aus Spekulationsgeschäften

Seit Einführung der Abgeltungsteuer gehören Gewinne und Verluste aus der Veräußerung von Kapitalanlagen i.S.d. § 20 Abs. 2 EStG zu den Einkünften aus Kapitalvermögen. Diese unterlagen nach alter Rechtslage in der Regel nur der Besteuerung, wenn Anschaffung und Veräußerung innerhalb eines Jahres erfolgten (§ 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG a. F.). Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften dürfen gem. § 23 Abs. 3 Satz 7 und 8 EStG nur mit Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften ausgeglichen werden.

Aufgrund des Wechsels der Einkunftsart können Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften, auf die § 23 EStG in der bis zum 31.12.2008 geltenden Fassung anzuwenden ist (Altverluste), bis einschließlich VZ 2013 auch mit Gewinnen i.S.d. § 20 Abs. 2 EStG ausgeglichen werden (§ 23 Abs. 3 Satz 9 und 10 EStG).

Zum 31.12.2013 verbleibende Altverluste können nur noch mit zukünftigen Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften verrechnet werden. In der Verlustfeststellung zum 31.12.2013 erfolgt daher ein Übertrag der Altverluste auf Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften in der ab dem 01.01.2009 anzuwendenden Fassung.