Ausgabe 52/2021
Arbeits- und Sozialversicherungsrecht vom 21.12.2021
BSG, Urt. v. 08.12.2021 - B 2 U 4/21 R, rkr.

Unfallversicherung im Homeoffice

Gemäß § 28b des Infektionsschutzgesetzes müssen Arbeitgeber den Beschäftigten Homeoffice anbieten, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen. Die Beschäftigten haben dieses Angebot anzunehmen, soweit ihrerseits keine Gründe entgegenstehen. Passiert ein Unfall im Homeoffice, stellt sich die Frage nach der rechtlichen Einordnung des Unfalls. Ist dieser nämlich gem. § 8 Abs. 1 Satz 1 SGB VII ein Arbeitsunfall, erhält der Arbeitnehmer statt Krankengeld ein höheres Verletztengeld. Arbeitsunfälle sind Unfälle von Versicherten infolge einer den Versicherungsschutz nach den §§ 2, 3 oder 6 SGB VII begründenden Tätigkeit. Versicherte Tätigkeiten sind gem. § 8 Abs. 2 Nr. 1 SGB VII auch das Zurücklegen des mit der versicherten Tätigkeit zusammenhängenden Wegs von und nach dem Ort der Tätigkeit. Das BSG hatte am 08.12.2021 zu entscheiden, ob ein Sturz im Homeoffice zur Privatsphäre des Arbeitnehmers gehört oder ob dieser ein Arbeitsunfall ist.