Ausgabe 11/2018
Einkommensteuer Aktuell vom 13.03.2018
BFH, Urt. v. 06.12.2017 - IX R 7/17

Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften - Erwerb eigener Anteile durch die GmbH

  1. Auf der Ebene des veräußernden Gesellschafters stellt der entgeltliche Erwerb eigener Anteile durch die GmbH ein Veräußerungsgeschäft i.S.d. § 17 Abs. 1 EStG dar (Bestätigung des BMF-Schreibens v. 27.11.2013 - IV C 2 - S 2742/07/10009, BStBl I 2013, 1615, Rz. 20 Satz 1).
  2. Die rein gesellschaftsintern wirkende Umgliederung einer freien Gewinnrücklage in eine zweckgebundene Rücklage führt nicht zu nachträglichen Anschaffungskosten auf den Geschäftsanteil des veräußernden Gesellschafters.
BFH, Urt. v. 06.12.2017 - IX R 7/17

Das Urteil betrifft die Rechtslage nach dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz. Fraglich war, welche steuerlichen Auswirkungen nach der Einfügung des § 272 Abs. 1a und durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz auf der Ebene des Gesellschafters eingetreten sind. Mit dem Einfügen von § Abs. und wurde der handelsbilanzielle Ausweis eigener Anteile rechtsformunabhängig geregelt. Der Nennbetrag der eigenen Anteile ist nunmehr nach § Abs. Satz 1 stets auf der Passivseite in der Vorspalte offen von dem Posten "Gezeichnetes Kapital" abzusetzen. Eine Aktivierung der eigenen Anteile bei gleichzeitiger Bildung einer entsprechenden Rücklage kommt nicht mehr in Betracht. § Abs. Satz 2 und und Abs. enthalten weitere Regelungen zur Behandlung des Erwerbs und der Veräußerung eigener Anteile durch die Gesellschaft in der Handelsbilanz.