Ausgabe 4/2018
Einkommensteuer Aktuell vom 23.01.2018
FG Saarland, Urt. v. 16.11.2017 - 1 K 1441/15, Rev. eingelegt

Veräußerungsbedingte Gewerbesteuer als Veräußerungskosten

Im Rahmen des Verkaufs eines Mitunternehmeranteils nach § 18 Abs. 3 UmwStG entstandene Gewerbesteuer fällt nicht unter das Abzugsverbot des § 4 Abs. 5b EStG, sondern kann als Veräußerungskosten nach § 16 Abs. 2 EStG abgezogen werden.

FG Saarland, Urt. v. 16.11.2017 - 1 K 1441/15, Rev. eingelegt

Eine GmbH & Co. KG verschmolz im Jahr 2012 mit ihrer Komplementär-GmbH. Im gleichen Jahr veräußerte einer der beiden Kommanditisten seinen Anteil an einen neuen Gesellschafter. Die Gewerbesteuer, die wegen der nicht eingehaltenen Frist i.S.d. § 18 Abs. 3 UmwStG entstanden war, sollte zu gleichen Teilen auf den Veräußerer und Käufer getragen werden. Im Sonderbetriebsvermögen erklärte die KG für den Veräußerer den Gewinn unter Berücksichtigung der Gewerbesteuer, was strittig ist.

Zumindest sieht das FG Saarland die Abzugsfähigkeit der Gewerbesteuer als Veräußerungskosten als zulässig an und gab der Klage statt. Veräußerungsgewinn nach § 16 Abs. 2 Satz 1 EStG ist der Betrag, um den der Veräußerungspreis nach Abzug der Veräußerungskosten den Wert des Anteils am Betriebsvermögen übersteigt. Hierzu ist die Betriebsaufgabebilanz heranzuziehen. Was exakt Veräußerungskosten sind, bestimmt das Gesetz nicht.