Ausgabe 36/2019
Arbeits- und Sozialversicherungsrecht vom 04.09.2019
LAG Düsseldorf, Urt. v. 28.06.2019 - 6 Sa 994/18, rkr.

Verdachtskündigung bei langjährigem Arbeitsverhältnis

Eine Verdachtskündigung kann ausgesprochen werden, wenn der Arbeitgeber den Verdacht hat, der Arbeitnehmer könnte eine schwerwiegende Pflichtverletzung oder eine Straftat begangen haben. Die Anforderungen an diese Art der Kündigung sind jedoch im Gegensatz zu anderen verhaltensbedingten Kündigungsgründen recht hoch. Neben dem dringenden objektiven Tatverdacht muss eine Interessenabwägung durchgeführt werden, bei der die Dauer der Betriebszugehörigkeit eine erhebliche Rolle auf Arbeitnehmerseite spielt.